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Radarsoldaten und ihre Familien – bitte melden!  www.radarstudie.de

Seit rund einem Jahr erforscht die Universität Bonn mögliche Erbgutschäden bei Nachkommen von Radartechnikern/-soldaten. Zwar haben sich schon viele Familien gemeldet - nicht zuletzt nach Aufrufen in zahlreichen Medien, wie bspw. in der Sendung " Hauptsache Gesund" des MDRs: 
https://www.mdr.de/nachrichten/politik/gesellschaft/studie-radarsoldaten-100.html

Bislang haben sich bei Studienleiter Dr. Alexej Knaus erst gut die Hälfte der benötigten 140 Familien gemeldet. Er ruft Betroffene nun noch einmal dringend dazu auf, sich zeitnah mit seinem Team in Kontakt zu setzen:  www.radarstudie.de

Eine Pilotstudie ( https://www.nature.com/articles/s41598-018-33066-x) hatte im Vorfeld festgestellt, dass es bei Nachkommen von Radarsoldaten zu einer Häufung bestimmter Erbgutschäden kommt. Dies war zuvor wissenschaftlich umstritten.

Der Aufwand, den die Teilnehmer für die vom Bundesministerium der Verteidigung finanzierten Studie leisten müssen, ist denkbar gering: Es reicht eine DNA-Probe aus Blut von Vater (Radarsoldat), Kind bzw. Kindern und der Kindsmutter.
Studienteilnehmer werden telefonisch aufgeklärt, erhalten das Blutentnahmematerial per Post und können die Blutprobe beim Hausarzt abnehmen und kostenfrei an das Institut für Genomische Statistik und Bioinformatik der Uni Bonn zurück schicken. Dort wird das gesamte Genom von Eltern und Kindern untersucht.

Analysiert wird, ob es in statistisch signifikantem Maße vermehrt zu Neumutationen bei den Kindern von Radartechnikern kommt. Radarschäden konnten in der Bundeswehr bis Mitte der 80er-Jahre durch erhöhte Strahlenexposition z.B. an unzureichend gegen ionisierende Störstrahlung von unzureichend abgeschirmten militärischen Radargeräten entstanden sein. Betroffen waren in erster Linie Soldaten, die mit der Bedienung und Wartung von HAWK, NIKE und ähnlichen Radargeräten ( Wikipedia) betraut waren. NVA-Soldaten arbeiteten nach Einschätzung von Experten durchgehend ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen, gleichzeitig war die Emissionen der verwendeten russischen Geräten stärker.
 

Weitere Berichte über die Studie finden sie auch hier:
- Strahlentelex Nr. 764-765 / 11.2018:  https://uni-bonn.sciebo.de/s/pdV6tqTdQjeOlij
- Multisite de novo mutations in human offspring after paternal exposure to ionizing radiation. Scientific reports. (2018) 8:14611 | DOI:10.1038/s41598-018-33066-x
https://uni-bonn.sciebo.de/s/QJp0p7bsV1NLtt7
- Biomarker für Strahlenschäden identifiziert. Krankenhaus und Management 7-8 2019:  https://uni-bonn.sciebo.de/s/p6ER7xXYXuUHcjN

 

Letzte Änderung: 24.01.2020